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Werner Lau Divecenter

Index Küchenchefs Frank Reinhardt
© D&D

by Michael Goldschmidt 12.06

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Carpaccio von der Thüringer Bratwurst © D&D

Hausgemachte Pasta © D&D

Warmes Pflaumenmus mit Walnusseis © D&D

Reinhardts © D&D

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Reinhardts © D&D

Frank Reinhardt © D&D

Eigentlich war der Service im Restaurant die ausgewählte berufliche Laufbahn, doch nicht selten – und so auch hier – vollzog sich ein Wechsel vom Tablett zum Herd, wie auch im Fall von Frank Reinhardt. Vom Oberkellner zum Küchenchef war es zwar kein Katzensprung, dazwischen lag noch ein Studium der auf das Fach Gastronomie bezogenen Betriebswirtschaft in Berlin, bis sich eine schicksalsbedingte Entscheidung als Ruf nach Thüringen ergab.
Zwei Stationen vor der Übernahme des Restaurants im Schloss Auerstedt, das nach seinem Küchenchef „Reinhardt`s“ benannt wurde, gingen voraus. Zunächst leitete Frank Reinhardt ein Restaurant in Naumburg und den Ratskeller in Bad Sulza, bis sich die Gelegenheit ergab sich in Auerstedt seit 2005 neuen Herausforderungen zu stellen.

D&D: Herr Reinhardt, wie viele Mitarbeiter betreuen die Gäste in Ihrem Restaurant?
Frank Reinhardt: In der Küche unterstützen mich ein weiterer Koch und ein Auszubildender, den Service leitet meine Frau Kati, unterstützt von einer festangestellten Mitarbeiterin und zwei weiteren Auszubildenden.
D&D: Regionale Küche kennen zu lernen ist für uns immer ein besonderer Anlass im gehobenen Stil einzukehren. Leider finden wir nur zwei Gerichte auf der Karte mit eindeutig regionalem Bezug. Woran liegt das?
Frank Reinhardt: Sie haben recht, doch wir haben in der Vergangenheit feststellen müssen, dass die Nachfrage nach regionalen Gerichten – und da gäbe es doch so einige, die die Küche Thüringens charakterisieren würden – sehr gering ist und meist dann als Personalessen ausgegeben werden mussten. Unsere Gäste aus der näheren Umgebung erwarten primär Gerichte, die sie nicht ohnehin zuhause selber zubereiten. Das Carpaccio von der Thüringer Bratwurst war ein gewagter Schritt neue Küchenideen mit traditionellen Gerichten zu verbinden und wird gut angenommen. Und der gebackene Ziegenkäse vom Ziegenhof Peter aus Greussen darf im Regionalangebot nicht vergessen werden.
D&D: Woher beziehen Sie die Rohprodukte?
Frank Reinhardt: Auf alle Fälle legen wir großen Wert die Produkte, die in unserer Küche verarbeitet werden, aus der Umgebung zu beziehen. Obst und Gemüse kaufen wir – soweit es die Angebote gibt - in unmittelbarer Nachbarschaft, Wildprodukte beziehen wir von einem örtlichen Jäger, von einem Metzger in der Nähe Fleisch und Wurst. So oft es meine Zeit erlaubt bin ich selbst in Erfurt auf dem dortigen Gemüsegroßmarkt zur Auswahl der Ware. Und natürlich haben wir unseren eigenen Kräutergarten. Weine und Spirituosen unseres Angebots sind vielfach auch aus der Region.
D&D: Das Angebot der Fischgerichte ist aber doch eindeutig international...
Frank Reinhardt: ... den bekommen wir so frisch geliefert wie es in der gehobenen Gastronomie üblich ist, im Kühlwagen direkt vom Handelsplatz.
D&D: Haben Sie ein Motto für Ihre Speisenauswahl oder Zubereitungsart?
Frank Reinhardt: Ein direktes Motto könnte ich nicht nennen, eher eine Philosophie – Frische der Produkte und ein Geschmack, der das Originalprodukt zur Geltung kommen lässt. Zudem würze ich gerne mit etwas Majoran und mit dem in der Region bekannten Hettstedter Senf.
D&D: Bei den Hauptgerichten gibt es nur ein vegetarisches Angebot. Welchen Grund hat das?
Frank Reinhardt: Auch hier hatten wir schon mehr Auswahl auf der Karte, aber wie bei der regionalen Küche auch, war die Nachfrage völlig unbedeutend. Wenn man auf Frische großen Wert legt wie wir, musste mit der Karte darauf reagiert werden. Was nicht heißt, dass wir auf direkte Nachfrage am Tisch nicht auch ein vegetarisches weiteres Hauptgericht zusammenstellen würden. Wir haben ja auch immer einen „Tagessteller“, auf dem wir im wöchentlichen Wechsel Gerichte anbieten, die nicht in der Karte stehen. 
D&D: Wie oft überarbeiten Sie die Karte im Jahr?
Frank Reinhardt: Wie schon gesagt, der „Tagesteller“ wird wöchentlich neu zusammengestellt, hier reagieren wir auch besonders auf saisonale Angebote wie etwa in der Spargelzeit. Rund um Erfurt gibt es übrigens ein großes Spargelanbaugebiet, das mittlerweile wieder mit ausgezeichneten Qualitäten aufwartet und dem Klassiker aus dem bayerischen Schrobenhausen durchaus Entsprechungen bietet.
Die Karte selbst überarbeiten wir 5 – 6 Mal pro Jahr, wobei das in Teamarbeit geschieht. Wir probieren dann auch neue Rezepturen aus oder passen die Gerichte den frischen Marktangeboten an.

Das Interview führte Michael Goldschmidt
 

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