|
Am Südende des Millstättersees, in der Gemeinde Döbriach, liegt etwas versteckt das traditionsreiche Romantikhotel Seefischer. Kein überdimensionales Haus, das man schon von weitem sieht, an das ruhige Seeufer zurückgezogen, parallel zum Haus ein kurzer Kanal mit einer kleinen Marina. Hier treffen wir rundum auf Wohlfühlambiente und Leistungen eines jungen Kärntner Küchenchefs, der beweist, dass er es auch ohne die Welt bereist zu haben versteht Produkte der Region für den Gast kreativ zu verzaubern.
Er hat seinen Beruf zum Hobby gemacht und gibt diese Idee an Mitarbeiter und Auszubildende weiter. Andreas Staudacher ist seit 2001 Küchenchef im Restaurant des Hotel Seefischer, eine fast schon ungewöhnlich lange Zeit an einem Ort. Gut für das Haus, wenn der kreative Kopf der Küche sich so lange mit einem Wirkungsort identifiziert. Bis jetzt verbrachte er allerdings die Wintersaison im Hotel Kesselspitzer in Obertauern, doch nachdem der Seefischer seit 2005 ganzjährig geöffnet hat, kann es sich für Andreas Staudacher auf eine ununterbrochene Aktivität vor Ort hinentwickeln. In den letzten Jahren erfuhr das Haus eine Reihe von Erneuerungen. Vielfältige Wellnesseinrichtungen lassen Körper und Seele entspannen, für die kulinarische Erlebniswelt wurde jüngst eine Erweiterung des Restaurants durchgeführt, in dem der Gast nahe am Wasser, in mediterranem Ambiente, speisend genießen kann. Der Einklang mit der Natur, dem See, die Atmosphäre am „Hafen der Ruhe“, um einen gelungenen Slogan des Hauses zu zitieren, machen neugierig auf mehr und so wäre es nicht verwunderlich, dass der nächste Aufenthalt im Hotel Seefischer nicht allein den Gaumenfreuden gewidmet ist, sondern sich auch einige Tage der Entspannung direkt im Haus anschließen. Das Tauchen im Millstättersee kann ein rundum ergänzendes Wassererlebnis sein, zu allen Jahreszeiten. Kärnten ist dem Tauchsport so liberal gegenüber eingestellt, dass man von Seiten der Tourismusverbände fast völlig vergisst, die unkomplizierten und angenehmen Bedingungen für Taucher, gerade auch jene, die sich nur selten oder noch nie selbst mit der Frage von Taucherlebnissen im Süßwasser konfrontierten, zu bewerben. Vom Romantikhotel Seefischer sind es nur ein paar Schritte ins benachbarte Strandbad Tschinder, zur Basis „Happy Dolphin“ von Werner Platen, Ausgangspunkt den See, ob entspannt dahingleitend nur in ein paar Metern Tiefe über leuchtend grünen Bewuchs voller Fischleben oder an atemberaubenden Steilwänden entlang auf sich wirken zu lassen. Es ist schon etwas Besonderes, vom Hotel Seefischer aus das Wasser mit all seinen natürlichen Einflüssen auf sich wirken zu lassen. Familie Berndl, die das Haus heute in dritter Generation führt, hat es verstanden, ein Gesamtkonzept zu entwickeln, das umfassend positive Emotionen erzeugt und in dem auch Kinder ihren Platz haben. „Alpen-Adria“, dies hört man in der Region öfter, ein Sinnbild für die Nähe zu mediterranen Lebensräumen – ohne so weit fahren zu müssen. Allerdings kann man „Alpen-Adria“ auch mit einer Entwicklung gleich setzen, in der regional an vielen Stellen die Zeit stehen geblieben zu sein scheint. Auf vielen Straßen fühlt man sich in die 50er Jahre des letzten Jahrtausends zurückversetzt, als die vereinzelt gesichteten klassischen Mercedes – Limousinen einen Hauch von Wohlstand andeuteten, BMW – Isettas statt X5, Lloyd und Goggomobil statt Allrad – Offroader den Individualverkehr abwickelten. Das heißt auch, dass erfreulicherweise die Orte am See von schreienden Leuchtreklamen verschont blieben. Es wäre aber vermessen zu behaupten, das wäre eine gewollte Entwicklung, es stünde eine wohldurchdachte Absicht dahinter. Vielmehr haben viele nach den sich selbst einstellenden touristischen Erfolgen der 60er- und 70er Jahre die Hände in den Schoß gelegt und dabei blieb es bis heute. Michael Berndl, Direktor des Hotels Seefischer gehört nicht zu den Menschen, die ein vorhandenes natürliches Potential nicht erkennen würden und so nimmt das Haus heute zurecht eine einzigartige Position am Millstättersee ein. Man findet im Restaurant noch Anklänge der traditionellen Innenarchitektur, heimelige Nischen, die mit Zirbelholz getäfelt sind. Aus Kärntner Marmor ist die weitgeschwungene Platte für die Büfettpräsentation. Klassik und die mentale Ausrichtung nach Süden gehen in einander über. Die kulinarischen Erlebnisse, kreiert von Andreas Staudacher und seinem Team, angereicht von einem perfekten Service, natürliches und geschaffenes Ambiente bilden zusammen eine Top – Empfehlung des Magazins Dive&Dine.
Ein Erlebnis ist die Abendkarte, in dem ein Menü für Haus – und Abendgäste angeboten wird und eine kleine Auswahl nach Order frisch zubereiteter Speisen. Die Karte wechselt täglich und fast fällt es schwer sich festzulegen. Nicht regional verankert, doch ein Augen- und Gaumenschmaus ist die Schaumsuppe vom Curry, Zitronengras und Apfel mit Scampi (€ 4,50). Das hätten wir im Seefischer nicht erwartet und die Überraschung ist ausgesprochen gelungen. Wer zum Entree lieber einen Hauch von italienischer Küche genießen möchte, wählt an diesem Abend Mozzarella und Tomate mit Basilikumpesto in Balsamico – Olivenölmarinade. Typisch für den Millstättersee ist die Rheinanke, die es als Filet an Gemüseragout mit Kartoffelfumet und Steinpilzen gibt. Glasierte Karotten bilden eine feine Balance in der Gesamtkomposition. Ein Traum, natürlich auch fürs Auge (€ 13,70). Für jene, die sich lieber vegetarischer Ernährung verschrieben haben, bietet Andreas Staudacher mit Gemüserisotto gefüllte Zucchini auf französischem Butterpilz. Auch das rundum ein strahlendes Highlight. Bei beiden Gerichten spürt man die Handschrift von Andreas Staudacher, der gerne mit Pilzen, auch in Verbindung mit Fischgerichten, spannende Kompositionen schafft. Seine zweite Leidenschaft sind zweifelsohne Süßspeisen, was sich in der Nougatterrine auf Erdbeerfruchtspiegel (Abendmenü) und dem Mangostrudel mit Schokoladen – Chilli – Parfait, Zitronengrassauce und frischen Früchten wiederspiegelt (€ 6,10). Nur die beste Mango, die „Queen of Siam“, eignet sich nach seinen Worten für diese Süßspeise und das hat sich auch bewahrheitet. Begleitend zum Dinner empfahl der Oberkellner als offenen Weißwein einen steirischen Weißburgunder, da angesichts einer noch anstehenden Autofahrt eine Flasche aus dem wirklich gut sortierten Weinkeller die Grenzen des Genusses zu weit ausgedehnt hätte.
Angesichts der bemerkenswerten Leistungen um Küchenchef Andreas Staudacher im einmaligen Ambiente des Romantik – Hotels Seefischer fällt es der Redaktion nicht schwer, dies mit 6 Nixen zu honorieren.
Rezept von Küchenchef Andreas Staudacher
Kärntner Lax’n gebettet auf Steinpilzrisotto und Gewürzrotweinreduktion mit glacierten Jungkarotten
4 Stk. Lax’n à 330 g – 350 g 250 g Risottoreis (Arborio) ca 800 ml Kalbsfond 120 ml Riesling 2 Stk. Schalotten 5 EL Olivenöl 30 g Butter 30 g Parmesan gerieben 100 g Steinpilze Salz, Pfeffer, Liebstöckl, Petersilie 80 g Wurzelgemüse 2 EL Olivenöl Prise Zucker 20 g Tomatenmark ¼ l Zweigelt 1/8 Fischjus 12 Stk. Minikarotten mit Grün Honig oder Ahornsirup
Lax’n filetieren und entgräten Schalotten und Steinpilze in Olivenöl mit Risottoreis anschwitzen Mit Riesling löschen und nach und nach mit Kalbsfond aufgießen – würzen – Parmesan beigeben und mit Butter montieren (nicht mehr kochen)
Reduktion Wurzelgemüse mit Zucker anschwitzen, tomatisieren und mit Zweigelt aufgießen, Fischjus beigeben und Gewürze zugeben, auf ca. 1/8 einkochen Karotten schälen und mit Grün blanchieren, in Honig oder Ahornsirup glacieren
Fischfilet in Thymian, Mehl und Brösel wälzen und braten Auf Steinpilzrisotto und Jungkarotten, Reduktion, Kräutern und tournierter Zucchini anrichten
|