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Sein Ruf eilt ihm schon seit längerer Zeit voraus. So beschreiben Kataloge und Prospekte die kleine Malediveninsel Thulhagiri im Nordmale – Atoll, als einen Platz, an dem man ausgezeichnet speisen kann. Trotz 4 Sternen, die das Resort ausweist, werden die guten Traditionen ursprünglicher Anlagen gepflegt und haben die Gäste der Beach- und Gardenbungalows auch im Restaurant Sand unter den Füßen. Die Bewohner der Deluxe – Wasserbungalows dürfen sich dagegen mit Holzbohlen abfinden. Seit 1998 hat als Küchenchef Manfred Zarfl die Verantwortung für das leibliche Wohl der Gäste, was ihm vortrefflich gelingt.
Ein wenig scheu, ein wenig Perfektionist, fast wie ein Juwelenbarsch, zeigt er sich nur für kurze Zeit unerkannt in der Öffentlichkeit, dann, wenn nach dem Abendbüfett die Dekoration für das Frühstücksangebot aufgebaut wird. Da steht der Chefkoch in seiner weißen Jacke mit kurzen Ärmeln persönlich am Ort des Geschehens, drapiert und poliert große Blumentöpfe, stellt geschnitzte Figuren, maledivische Volkskunst, dazwischen, verteilt mit gekonntem Faltenwurf rot und grün schimmernde Tücher. Ein allabendliches Ritual, nachdem fast alle Gäste das Restaurant verlassen haben und es sich ein paar Meter weiter in den Sesseln der Bar gemütlich machen, auf die Abendunterhaltung wartend. Fast erschreckt reagiert er auf das erste Ansprechen, die Vorstellung mit der Aussicht für DIVE & DINE im Mittelpunkt stehen zu werden. Das ist der zurückhaltende doch freundliche Kärntner nicht gewohnt, selten ein Gast in all den Jahren, der ihm persönlich für die Leistungen der Küche ein nettes Wort des Dankes zukommen ließ. Auf die Frage, warum er denn als Küchenchef die Dekoration persönlich betreue, gibt es eher ein paar Gesten denn Worte zur Antwort, die deutlich machen, dass das die Malediver kein Gefühl dafür hätten. Und dann entschuldigt er sich und vertagt weitere Gespräche auf einen anderen Termin, da er hier eben sehr beschäftigt sei. Das Ritual wiederholt sich einer einstudierten Choreographie gleich jeden Abend. Und das Ergebnis einer kurzen Abwesenheit von der Insel sieht man sogleich am nächsten Morgen, die Dekoration wurde von den Mitarbeitern auf ein Limit von 10% eingedampft. Gut, dass wir den Vergleich gesehen haben. Und das muss man sich schon einmal auf der Zunge zergehen lassen: Beim Abendbüfett brennen unter bis zu 36 Schalen und Kesseln die Rechauds, bieten dazu bis zu 4 Köche vor den Augen der Gäste frisch zubereitete Spezialitäten vom Grill und aus der Pfanne. Die lange Reihe der Vorspeisen mit unterschiedlichsten Rohkostsalaten, angemachten Nudel-, Kartfoffel- oder Reissalaten, diversen Soßen und verschiedenen Brotsorten sieht nicht nur appetitlich und frisch aus, alles hält, was das Aussehen verspricht. Das opulente Angebot an Nachspeisen spannt einen weiten Bogen von unterschiedlichsten Früchten, Kuchen, Süßspeisen – sogar Windbeutel findet man dabei – bis zu Käsesorten, die man auf den Malediven eigentlich nicht erwartet hätte. Manche Abende werden unter ein bestimmtes Motto gestellt, etwa chinesische oder maledivische Küche, was aber nicht bedeutet, dass sämtliche Töpfe nur noch die angekündigten Nationalspeisen beinhalten. Es bleiben genügend internationale Gerichte übrig, die jeden Tag, jeden Gaumen schmeicheln. Die Qualität der Fisch- und Fleischauswahl kann im großen Durchschnitt positiv bewertet werden. Geflügel- und Rindfleisch in den unterschiedlichsten Variationen, als Curry, gebraten, frittiert werden reichlich geboten, gelegentlich gibt es auch Ente. In gleicher Vielfalt werden Fischgerichte angeboten, gelegentlich auch im Stück und in Bananenblättern gedämpft. Für besondere Tage kommt auch ein Schweinebraten aus der Küche, der frisch in dünnen Scheiben heruntergeschnitten und angereicht wird. Die Vielfalt und der Einfallsreichtum bei den warmen Gemüsebeilagen, die auch als Hauptgerichte die vegetarisch orientierten Gäste ansprechen, ist erstaunlich. Champignons in wechselnden Soßen, Blumenkohl und Brokkoli in Kombination mit weiteren Gemüsen überbacken oder mit einer Soße angerichtet, Karotten, Spinat sowie eine Reihe tropischer Gemüseprodukte warten auf den hungrigen Gast. Für hartnäckige Kandidaten und Kids gibt es auch stets Nudelgerichte, Lasagne und angemachte Pasta findet man jeden Abend. Die Beilagen – vom naturbelassenen Reis oder jenem mit Gemüsestreifen, Pasta und Kartoffeln lasen nichts vermissen. Die Heimat des Chefkochs spiegelt sich unter anderem in den köstlichen Angeboten wie Bratkartoffeln, mit Lorbeer gekochte Erdäpfel, Schupfnudeln, kleinen, flachen, gebratenen Kartfollelgnocchi oder der dem Wiener Backhendl nahe stehenden panierten Hühnerbrust wieder. Immer wieder schmeicheln raffiniert abgerundete Gerichte den Gaumen und es gelingt selbst der Spagat zwischen authentischer Würzmethoden und dem Schärfeempfinden westeuropäischer Gäste. Der Blick in die Weinkarte zeigt, wie könnte es auch anders sein, auch zwei Angebote aus Österreich. Den Tag beginnen kann man mit einem reichhaltigen Büfett, das eine Vielzahl von selbst gebackenen Brotsorten aufweist, Kuchen und Blaubeermuffins gehören auch dazu. Ohne Frage warten auch einige Köche auf die Gäste, die sich Eier frisch zubereiten lassen möchten, jede Variation ist möglich. French Toast wird laufend frisch produziert, dazu dünne Pfannkuchen und Waffeln. Pikant sind die Würstchen aus Geflügelfleisch, wer mag, nimmt sch einen Teller weißer Bohnen in Tomatensoße, bei Japanern gerne aufgetischt. Auch hier wieder das erstaunliche Angebot von Frischwurst, Schinken und Käse (aus Holland), was auf den Malediven eher selten gefunden wird. Diverse Müslisorten sind vorbereitet, Honig, Marmelade, Butter, alles zu haben. Sollte noch ein Vitaminschock von Nöten sein, dafür ist am Früchtebüfett reichlich und in jeder Dosierung gesorgt. Jetzt fehlt nur noch der Capuccino, den der stets freundliche Ober in wenigen Minuten frisch zubereitet an den Tisch bringt. Nur eine kleinere Zahl von Gästen bucht Full Board oder All Inclusive, so ist das Mittagsbüfett auch deutlich übersichtlicher organisiert, doch so zusammengestellt, dass selbst hier keine Mangelerscheinungen bei den Gästen auftreten dürften.
Kulinarisch nimmt Thulhagiri unter der Leitung des Küchenchefs Manfred Zarfl eine ganz besondere Position ein. Das kleine Eiland mit dem freundlichen Charme ursprünglicher Gastlichkeit überrascht selbst vielfach erfahrene Urlauber mitten im Indischen Ozean. Die Qualität dieses Restaurants würde man in ausgewiesen hochpreiseigen und entsprechend beworbenen Resorts erwarten, um so erstaunter darf man sein, dieses Highlight abseits der Highend – Destinationen zu finden. DIVE & DINE verleiht somit gerne seinen Award an das Restaurant auf Thulhagiri und dessen Chefkoch Manfred Zarfl.
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